Evangelische Kirchgemeinde Felsberg

                                "Ein Christ sein heiszt nicht von Christus schwätzen sondern wandeln wie Christus gewandelt ist." Huldrich Zwingli (1484-1531) Inschrift Kirche Felsberg

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Predigt zur Jahreslosung 2017, Jubiläum 500 Jahre Reformation hier.


Wort zur Woche

„Und das Wort, der Logos wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ Johannes 1,14

Lutherol – allein?
Liebe Felsbergerinnen und Felsberger!
Allein die Schrift, allein der Glaube, allein die Gnade -  sola scriptura, sola fidei, sola gratia. Dies wird gern als Massstab des evangelischen Glaubens ausgegeben. So werden 2017 zum Jubiläum 500 Jahre Reformation in Deutschland medikamentartige Schächtelchen mit pillenartig geformten Papierröllchen abgegeben. «Lutherol» nennen sich die farbigen Dinger, «Breitband-Theologicum für Geist und Seele». Auf den Schachteln das Konterfrei des Reformators Martin Luthers: «Medizin in allen Lebenslagen: Luther! Was sonst.»
Was da als frommer Gag daherkommt braucht kritischer Reflexion. Mochten die Allein-Schlagworte im 16. Jahrhundert noch durchaus Medizin gegen die römisch-katholische Kirche gewesen sein, dürfen sie heute nicht ungefragt übernommen werden. Wie heisst es doch auf jeder Packungsbeilage: «Für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.» So fragen wir doch. 
Das Allein klingt exklusiv. Alles andere wird strikt ausgeschlossen. Da wird die Gültigkeit der Schrift allein betont. Die Schrift aber ist nie allein. Sie gehört in einen geschichtlichen Zusammenhang. Sie ist nicht vom Himmel gefallen. Sie erzählt Geschichten von Menschen, die ihr Leben hier auf Erden gelebt haben. Und Menschen haben auch bestimmt, welche Geschichten in die Bibel aufgenommen wurden. Schrift allein ist ein Konstrukt, das das Irdische verneint. Glauben aber findet in der Geschichte statt. Wesentlich zum Sein des Menschen in der Geschichte gehört weiter, werktätig zu sein. Die Betonung des Sola gratia aber spaltet die ganze Werkwelt vom Heil ab: Da Glaube, da Werk. Tragische Konsequenz: Der Mensch wird gespalten. Schaut man in die heutige Welt, erlebt man diese Spaltung: Glaube ist Privatsache. Der Glaube allein wiederum entfernt sich vom Geist. Als Menschen aber sind wir Erkennende. Was, wenn Glaube und Wissen voneinander getrennt werden? Glaube allein hat auch keine politische Funktion mehr.  Das weist weiter auf die Problematik des Sola fidei. Luthers existentielle Frage war: «Wie kriege ich einen gnädigen Gott?» Das Ich, das wir heute so stark erleben, hat hier seinen Ursprung. Die Gemeinschaft, das Politische aber wird durch diese Überbetonung des Ichs sekundär. Der Mensch droht zu vereinsamen. Schliesslich wendet sich gar der abgespaltene Geist gegen den Glauben. Gemäss der Bibel aber wurde der Geist Fleisch (Johannes 1). Glaube ist somit untrennbar mit dieser Welt verbunden. Jesus war ein Mensch in einer ganz bestimmten Zeit. Und auch die Reformation hat sich in einer ganz bestimmten Zeit abgespielt. Darum: Schrift ja, Glaube ja, Gnade ja! Aber allein? Nein. Ironie der Geschichte: Von einem Allein ist in der Bibel nirgends die Rede. Das ist reformatorische Zutat, notabene gegen ihr eigenes Schriftprinzip.
Mit segensreichen Grüssen
Pfarrer Fadri Ratti

Zu guter Letzt
„Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein.“ Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Schriftsteller (1909-1966)

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