Kunst am Bau

Steinsäule aus Felsberger Calandakalk

Sedimentaziun

Mit der Umgestaltung der Kirche und des Kirchhofs Felsberg entstand nicht nur ein neuer Raum für Gemeinschaft und Begegnung, sondern auch ein umfassendes Kunstprojekt: «Sedimentaziun» von Studio Mirko Baselgia. Die künstlerische Intervention versteht sich als verbindendes Element des gesamten Erneuerungsprojekts und begleitet den Weg vom Aussenraum in das Innere der Kirche.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Idee einer offenen, gastlichen Kirche für die Menschen von heute. Die Kunst greift dieses Anliegen auf und übersetzt es in vier zurückhaltende, aber kraftvolle Gesten, die sich über den Kirchen- und Friedhofsraum verteilen. Alle Elemente bestehen aus Felsberger Calandakalk aus der Jurazeit – einem Gestein, das die Landschaft rund um Felsberg seit jeher prägt und so eine tiefe Verbindung zwischen Ort, Geschichte und Gegenwart herstellt.

Die vier künstlerischen Interventionen bilden einen Weg:

Von der Steinschwelle als bewusst markiertem Übergang zwischen profanem Aussenraum und sakralem Bereich, über die Steinsäule auf dem Gemeinschaftsgrab, die Geburt und Tod, Erdung und spirituelle Erhebung miteinander verbindet, zum Taufbrunnen auf dem Kirchhof als Zeichen des Anfangs und des Lebens, bis hin zum Steinkreis im Innern der Kirche, der als Symbol der Unendlichkeit, der Gemeinschaft und des Zusammenkommens verschiedener Zeiten und Räume gelesen werden kann.

Eine imaginäre Linie verbindet diese vier Orte miteinander. In Anlehnung an geomantische Überlegungen wurden die Elemente so platziert, dass sie mit den Energieströmungen des Ortes in Einklang stehen. Wer diesem Weg folgt, erlebt die Kirche nicht nur architektonisch, sondern auch sinnlich und symbolisch – als Raum der Offenheit, des Willkommenseins und der Gemeinschaft.

Die Kunst am Bau macht sichtbar, wofür die Kirche Felsberg heute stehen will: für ein lebendiges Gemeindeleben, für Begegnung und für einen Ort, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet.